Sprit

Der besondere „Sport“: Tankstellen-Jumping

Wo kann ich am günstigsten und nicht zu weit entfernt tanken? So überlegt der Autofahrer, zückt das Smartphone und öffnet die Tank-APP. Eine sinnvolle Sache übrigens, die auch ich seit fünf Jahren gern nutze und gut damit fahre. Allerdings hechle ich nicht jedem Cent hinterher, sondern halte in erster Linie Ausschau, wo die nächste Tankstelle ist, besonders da, wo ich mich nicht auskenne. Ansonsten läuft das bei mir so: Wenn sich eine Ersparnis nicht wirklich in Euro ergibt, fahre ich keine 10 km weiter, nur um 2 bis 4 Cent/Liter zu sparen.

Aber es gibt sie, die Autofahrer, die bei so geringem Preisunterschied in den nächsten Ort fahren und einmal volltanken – und da manchmal in einer Schlange vor den Zapfsäulen stehen müssen. Mag sich lohnen, wenn der Tankinhalt 50 Liter oder mehr beträgt. Bei meinen bescheidenen 36 Litern (max.) und einer relativ regelmäßigen Betankung mit 23 bis 26 Litern (ich fahre ja nicht bis zum letzten Tropfen) rechnet sich das Weiterfahren eher selten.

So weit zum „Sport“.

Der Unsinn des Auf und Ab

Ich kann einfach nicht begreifen, warum sich die Preisanzeige bei manchen Tankstellen (wenn nicht sogar bei allen) bis zu 10-mal und vereinzelt noch häufiger im Tagesverlauf ändert. Was soll das?? Mir kann keiner erzählen, dass der Bezugspreis täglich in dieser atemberaubenden Weise schwankt und man deshalb zwingend die Preise mal rauf- und dann wieder runtersetzt. Bei so viel Schwankerei wird einem ja ganz schwindelig.

Wochentag und Tageszeit sowie Ferienbeginn und -ende haben einen Einfluss auf die Preisgestaltung der Tankstellen, das weiß ich, letztlich wollen auch die Tankstellenbetreiber ein Geschäft machen. Übrigens liegt es nicht an denen, wenn die Preisanzeige ständig wechselt, sondern die Preisänderungen kommen vonseiten des jeweiligen Konzerns – fernprogrammiert. Eine staatliche Anordnung, dass Preise vom Vorabend bis zum Folgetag um 12 Uhr stehen bleiben müssen, ist m. E. pure Augenwischerei. Was soll das? Was bringt das und vor allem: wem?

Vielleicht will man uns irre machen mit diesem Sprit-Zirkus? In den Wahnsinn treiben? Oder: Will man die Autofahrer in den Strom zwingen?? Jedem seine eigene kWh-Tankstelle am Haus. Alles so schön grün … umweltfreundlich … und mit dem schachsinnigen Auf und Ab wäre Schluss. – Bloß: wie lange?

17 Cent

So so, der Staat tut so als wolle er seine Bürger unterstützen in diesem haarsträubenden Benzinpreiszirkus – den sie ja im Übrigen mit angezettelt haben. Ich fahre einen kleinen Hybrid; verbrauchssparsam und umweltfreundlich. Da habe ich mal gerechnet, wie günstig die Sache für mich ab Oktober sein wird.

Schauen wir uns das mal an. Die Preise schwanken zwischen ca. 2,199 € und 2,339 € je Liter E10. Die 2,199 € abzüglich 0,17 € lässt die Anzeige auf 2,029 € sinken, beim Hochpreis von 2,339 € abzüglich 0,17 € wären es 2,169 € – dieser Anblick ist doch erfreulich – wird jeder denken, wenn er das sieht, und ich dachte das auch. Allerdings war meine Freude nur von ganz kurzer Dauer. Denn man muss das anders betrachten.

Überlegen Sie mal, wie viele Kilometer Sie durchschnittlich im Monat fahren. Dann multiplizieren Sie diese Summe mal die 3 Monate Oktober bis Dezember. Diese Summe teilen Sie durch 100 (km) und multiplizieren sie mit dem Durchschnittsverbrauch Ihres Wagens auf 100 km …

Für mich sieht das so aus: ca. 900 km/Mon. fahre ich x 3 Mon. = 2700 km, dividiert durch 100 (km) x 4,2 l/100 km ergibt zunächst den Spritverbrauch bis Ende Dezember: 113,4 Liter. Das multiplizierte ich mit 17 Cent und erhalte mit 19,28 Euro die Ersparnis vom 01.10. bis 31.12.2026. Bleiben monatlich also rd. 6,43 Euro in meinem Portemonnaie. – Das zu bewerten überlasse ich Ihnen. Ich für meinen Teil finde die Ersparnis lapidar.

Und nun?

Die Ersparnis folgt daraus, dass der Staat auf Steuereinnahmen aus dem Kraftstoffverkauf „verzichtet“. Das scheint edel und großzügig, empfinde ich aber nicht so. Würde ich meinen Haushalt aus finanzieller Sicht so führen, würde ich vermutlich längst als Waldschrat in der Wildnis wohnen und mich von Kräutern und Beeren ernähren. Ich wäre pleite, völlig pleite!

Der Staat ist auch pleite. Da er sich laufend neu verschulden muss, kann ja nichts mehr da sein. Die geborgten Gelder werden auf merkwürdige Weise verteilt. Darauf gehe ich im Einzelnen nicht ein. Ich gestehe, mir fehlen Überblick und Verständnis. Aber den Begriff „Neuverschuldung“ verstehe ich gut. Die ganze Rechtfertigung, die Politker dann hinterherschieben, interessiert mich nicht. Fest steht, ich kann nichts ausgeben (oder vergeben), das ich nicht habe. Politiker können das wohl.

Um jetzt beim Sprit zu bleiben … Die Ursache für die Knappheit von Treibstoff – auch Gas – liegt ja nicht bei uns Verbrauchern. Auch haben wir die kriegerischen Auseinandersetzungen nicht angezettelt, die das Dilemma mit verursachen. Nein, das tun wieder jene Leute, die in Regierungsverantwortung stehen. Nicht nur in Germany, auch in USA, Israel, Iran, Russland … Fakt ist: Ein paar wenige Leute, denen wir als Bürger bei der Wahl unser Vertrauen schenkten, tun und lassen, was sie wollen. Niemand hat uns gefragt, ob sie das viele Geld, das sie z. B. für die Ukraine zur Verfügung stellen (Geld, das es ja gar nicht gibt) ausgeben dürfen oder so gern gleich „hier!“ schreien, wenn es darum geht eine Soforthilfe für jedwede Katastrophe auf Erden lockerzumachen.

Vielleicht hinken diese Beispiele. Aber die Bedeutung ist doch wohl klar? Wir haben nach einer Wahl als Bürger nichts mehr zu kamellen. Wir haben die Leute zwar „eingestellt“, aber dann haben sie gewissermaßen einen Freibrief für all ihre Entscheidungen.

Fazit

Wir werden einfach nicht gefragt. Bei gar nichts! Die unnötigen Konflikte dieser Welt belasten – mal ganz abgesehen davon, dass unzählige unschuldige Menschen sterben und vieles zerstört wird – unser Portemonnaie. Schließlich ist der Sprit nur ein Produkt, für das wir deutlich tiefer in die Tasche greifen. Gas, Strom, Lebensmittel, Bekleidung … bald reichen zwei Gehälter nicht mehr aus, wenn das so weitergeht. Und dass das weitergeht, davon müssen wir – Stand jetzt – ausgehen.

Hauptsache, Deutschland bleibt der Ober-Finanzierer Europas. Harakiri-Politik zum Wohle des Volkes. Wie lange hält das System das noch aus? Wie extrem-stark muss der Kleber ein, mit dem Merz‘ Popo am Regierungsstuhl klebt??

Ich kann nur verständnislos den Kopf schütteln. Oder zum Tanken fahren, weil … NEIN! Da stehen doch tatsächlich gerade 2,349 € für SuperE10 als günstigstes Angebot in der APP. Die sind doch mit dem Klammersack gepudert. Schnell die Preise rauf, rauf, rauf …, denn die Verluste ab Oktober müssen schon vorher wettgemacht werden. Da warte ich lieber noch bis um 1. Oktober. Ganz gleich, was dann auf der Tafel steht: Ich hole mir die sagenhaften 6,43 € für mich ab. Reicht für ein Pfund Kaffee im Sonderangebot. Wenn das nix ist.

Beitragsfoto von geralt von pixabay.

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