Momentaufnahme
Heute 7:30 Uhr – Blick nach draußen: Sonnenschein, blauer Himmel, die Bäume in voller Pracht belaubt mit und ohne Blüten, auf meiner Terrasse ein fröhlich geschäftiges Treiben vieler Spatzen, Meisen und Finken. Das Leben ist einfach schön, dachte ich und hatte plötzlich die Idee, rauszugehen und auf der Wiese zu tanzen.
Wünscht ihr euch, das ganze Leben sollte so herrlich sein wie ich es kurz als Momentaufnahme beschrieben habe?
Ich behaupte, dass es so sein kann. Wären da nicht die Störenfriede …
Störenfried Nr. 1
Völlig realitätsfremd, mögt ihr denken, und mit der Überschrift »Störenfriede« treffe ich wohl ins Schwarze. Es gibt doch die vielen schrecklichen Konflikte auf der Welt, die Inflation frisst jeden Tag mehr vom hart verdienten Geld, Menschen geraten in Armut, das Klima steuert auf eine schreckliche Katastrophe zu, die Menschheit ist vom Untergang bedroht … Da kann man doch nicht wegschauen und auf einer Wiese im Sonnenschein tanzen wollen!
Doch! Man kann! Vor dem Wegschauen habe ich allerdings irgendwann angefangen genau hinzuschauen. Welche Störenfriede gefährden mein Wohlbefinden? Was genau vermitteln sie mir, damit meine Gedanken sorgenvoll um die Nöte dieser Welt kreisen? Wie machen sie das?
Störenfried Nr. 1 ist die täglich mehrfach gehörte/gesehene Nachrichtensendung. Ich erkannte, dass das, was berichtet wird, mich überhaupt nicht interessiert und nicht betrifft. Die Welt ist riesengroß, und die Ereignisse finden weit, weit weg von mir statt. Die Berichterstattung und der Gesichtsausdruck von Moderatoren und Kommentatoren sowie deren Stimme vermitteln große Betroffenheit, Sorge und Angst … Texte sind gespickt mit Vermutungen, Annahmen, Befürchtungen und Spekulationen, die a) in der Zukunft angesiedelt sind (würde, könnte etc.) und b) nicht eintreffen müssen. Aber: Ihr glaubt gar nicht, welchen Einfluss solche Bilder auf unser Hirn und unser Wohlbefinden haben.
Störenfried Nr. 1 erreicht damit Folgendes: Aufmerksamkeit, Einschaltquoten, Fokussierung der Zuschauer/Zuhörer/Leser auf Befürchtetes, Schreckliches, eine ganz und gar katastrophale Zukunft. Selbst wenn Sie nur aus dem Hintergrund Ihres Wohnzimmers vom TV-Gerät oder Radio die Worte auf einer weniger aufmerksamen Ebene mitbekommen, nimmt das Unterbewusstsein die Informationen auf. Mögliche Folgen erfahrt ihr am eigenen Leib! Wenn ihr dann nicht endlich Abstand nehmt von dieser Art und Weise der Berichterstattung, hilft euch nur noch ein Arzt und/oder Apotheker.
Störenfried Nr. 2
Das ist die Werbung. Werbung ist nichts anderes als Hirnwäsche. Manipulation zum Zwecke der Ausbeutung. Auch hier empfiehlt sich: genau zuhören und hinschauen, danach denken und hinterfragen. Werbung erzeugt Empfindungen wie Mangel, Minderwertigkeit, sogar das Gefühl von Dummheit (»wie kann ich das nicht wissen?) und sie untergräbt das Selbstwert- und das Zugehörigkeitsgefühl.
Schüttelt ihr gerade den Kopf?
Wenn ihr erst anfangt, euch emotional zu distanzieren von diesen Störenfrieden und rational kritisch zuhört und hinschaut, werdet ihr aufhören, den Kopf zu schütteln. Glaubt es mir!
Wunschkonzert
Das Leben ist kein Wunschkonzert, sagt man. Ich sehe das anders.
Klar, läuft es nicht immer wie gewünscht. Es gibt Krankheiten, Missgeschicke, Unfälle, Pleiten, Pech und Pannen. Aber seien wir ehrlich: Jeder hat es in seiner Hand, das Leben zu gestalten.
Kommt mir nicht mit »wenn man die Möglichkeiten hat« oder »Freiheit kostet Geld«. Ich halte dagegen: Das ist alles eine Frage der ganz individuellen Ansprüche … Geht mal in euch. Denkt in Ruhe darüber nach und kommentiert gern hier im Denkt Laut-Raum. Ich freu mich drauf 😊
Und mein Fazit: Mein Leben ist jetzt, und ich gestalte es wie ein Wunschkonzert. Und falls ihr demnächst eine heitere Frau unbeschwert auf einer Wiese im Sonnenschein tanzen sehen, haltet sie bitte nicht für verrückt – sie genießt sich und das Jetzt in diesem Leben.
Beitragsbild von Myriams Fotos bei pixabay.com
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