Irritation

Grüne Politik macht das Wetter

Als ich heute Morgen den Rollladen des Schlafzimmerfensters nach oben zog, strahlte mir die Welt ganz in Weiß entgegen. Es hatte in der Nacht geschneit. Guck mal an, dachte ich, zum zweiten Mal in diesem Winter. Lächelnd ging ich in die Küche.
Während ich dort kurz die Herdplatte einschaltete und den Espressokocher draufstellte, fiel mir ein Leserbrief in einer deutschen Tageszeitung ein, der mich irritierte und nachdenklich gemacht hatte.

Unglaublich

„Erfolgreiche Politik“, so titelte der kurze Brief zu einem Artikel, der kundtat, dass der „Winter den Norden im Griff habe“. Was hat Politik mit dem Winter zu tun, fragte ich mich, und las neugierig, was der/die Leser/in damit meinen könnte.
Auf den Punkt gebracht: Die grüne Politik zeige Erfolg beim Klimaschutz, und das hat Deutschland den Winter zurückgebracht. Das muss man sich erstmal durch den Kopf gehen lassen, um es zu begreifen.
Es ist für mich unfassbar, welchen Blödsinn manche Menschen von sich geben. Wie … da fehlt mir nun echt ein passendes Wort … muss ein Mensch sein, wenn er davon überzeugt ist, dass durch Klimaschutzprogramme der Wandel der Natur aufgehalten und/oder umgekehrt werden könnte?
Noch unbegreiflicher ist mir, dass eine Zeitungsredaktion so einen Schwachsinn veröffentlicht. Ich muss aufhören, den Kopf zu schütteln, sonst wird mir schwindelig.

Naturgesetze

Seit die Erde existiert, bestimmen ganz natürliche Vorgänge alles. Pflanzen, Tiere, Wetter … inklusive diverser dramatischer Klimaveränderungen, die u. a. zum Aussterben vieler Arten führten, Menschen später herumwandern ließen, immer auf der Suche nach den möglichst optimalen Lebensbedingungen. Alles passte sich an, fügte sich dem Unausweichlichen, das die Naturgesetze mit sich brachten – und das ganz ohne Verbrennungsmotoren, Kohle-, Öl- und Gasheizungen, Massenviehhaltung, Klimaanlagen usw. usf.
Die Erfindung des von Menschen gemachten Klimawandels hat uns nichts als hohe Abgabenlasten beschert, die jeder Bürger brav bezahlt, überzeugt davon, die Welt retten zu können. Ja, zu müssen!

Komischerweise macht das Wetter ständig, was es will. Heiße Sommer? Mancher sehnte ihn in den Jahren 2024 und 2025 herbei. Doch sonniges Wetter mit Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad, also Sommerwetter, war uns nur an wenigen zusammenhängenden Tagen beschert. Dafür gab es zwischendrin ausdauernden Regen! Passte den Leuten auch wieder nicht. Die Natur macht es uns einfach nicht recht, wie es scheint.
In den Jahren 2018 bis 2022 war das kühle Nass von oben eher Mangelware. Alle stöhnten in Deutschland unter den hohen Temperaturen (reisten aber munter für zwei, drei Wochen in den noch sonnigeren, noch heißeren Süden, wo sie sich nicht übers Wetter beklagten – seltsam!) Unkenrufe redeten schlimme Dürrekatastrophen für die Folgejahre herbei.
Die Winter waren eher durchwachsen. Fand man auch wieder doof. Wann wird’s mal wieder richtig Winter, früher … und hier hakt bei manchem das Erinnerungsvermögen, denn ich kann mich sehr wohl an Winter erinnern, die nahezu schwülwarm daherkamen und uns Kinder enttäuschten, weil keine Flocke vom Himmel fiel. Im Gegenzug gab es auch das Gegenteil. Wir nahmen es, wie es kam.

Das 2025er Wetter empfand ich persönlich als das normalste der Welt seit langer Zeit. Mit der Meinung stehe ich nicht allein da. Und es bestätigt, dass die Schwankungen des Wetters alle paar Jahre völlig in Ordnung sind. 
Der Blick zurück in die Jahre, in denen das Wetter aufgezeichnet wurde, ist viel zu kurz. Würden die Menschen sich damit auseinandersetzen, wie das Wetter über die vergangenen mindestens 100, 200 Jahre verlaufen ist, wären sie überrascht. Alles schon mal dagewesen. Heiße trockene Sommer, in denen Ernten ausfielen und die Menschen hungern mussten. Ebenso extrem regenreiche Jahre und solche mit superkalten Wintern, Massen von Schnee und Eis. Alles immer hübsch im Wechsel zwischen ganz normalen Jahresverläufen je nach Region.
Es wird sich daran auch nichts ändern! 
Natur hat ihre eigenen Gesetze. 
Vor längerer Zeit schrieb ich in einem Artikel, dass der Mensch inzwischen zum Größenwahn neigt. Er ist viel zu klein und unbedeutend, um der Welt das Klima zu vermasseln, wie er auch viel zu machtlos ist, die Naturgesetze in seinem Sinne zu ändern.
Außerdem hat er weitaus größere Probleme – das ist ein Thema für später 😉

Dumm

Wer tatsächlich der Ansicht ist, dass die Klimapolitik der Grünen uns den Winter zurückgebracht hat, dem fehlt meiner Meinung nach eine große Portion gesunder Menschenverstand, gelinde ausgedrückt. Vielleicht hat jene/r, die/der den Leserbrief verfasste, auch im Schulunterricht gefehlt? Wenn Wissen über das Wetter vermittelt wird, erhalten schon Grundschüler ein Verständnis für das wichtige, natürliche Zusammenspiel der Phänomene. Vermutlich lernen sie auch, welche Komponenten aufeinandertreffen, die dann sogar Wetterkatastrophen auslösen können.
Ich kann nur hoffen, dass die Lehrer die Politik hübsch vor der Türe lassen und sich bei der Wissensvermittlung auf die ganz natürlichen Zusammenhänge beschränken.

Ein hoher Prozentsatz Geldschneiderei

Wer sich wirklich einmal hinsetzt und sich mit dem Phänomen des von Menschen gemachten Klimawandels beschäftigt, sollte sich vor allem die Frage stellen, wer von dieser Mär profitiert?
Der Staat kassiert Steuern, Abgaben, Gebühren …
Eine ganze Palette neuer Produkte wurde ersonnen, den Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen; Solaranlagen, eigene kleine Windkraftwerke, Wärmepumpen, Stromspardingsbums (kann ich gar nicht alles aufzählen), Elektro-Autos, -Fahrräder, -Roller … Die Liste ist inzwischen endlos.
Selbst Berufszweige veränderten sich durch Weiterbildung, wie Energieberater u. a. m.

Während ich das so schreibe, fallen mir noch viel mehr Aspekte zum Thema ein.
Damit dieser Beitrag eure Zeit nicht zu sehr beansprucht, höre ich hier auf.

Gern lasse ich euch im Denkt Laut-Raum Gelegenheit, eigene Gedanken zu äußern.
Ich lade euch herzlich ein, zu kommentieren.

Das Beitragsfoto hab ich selbst geschossen.

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